Friaul – Ravascletto

 

23.-25.07.

Fahrt mit Hindernissen, es scheint, als hätten wir es bleiben lassen sollen.

Wegen einer dringenden Angelegenheit den Start um 1 Tag verschoben. Volker hat seit 2 Tagen Zahnweh. Wir behandeln das mit Aspirin, war völlig falsch, aber wir sind halt keine Tablettenfreaks. Beim Packen kippt mir der BMW-Koffer auf den großen Zeh, es blutet. Etwas später als geplant dann um 10.45h los, ziemlich viel Verkehr. Über Tölz – Arzbach – Sylvenstein – Achensee – zum Tanken. Weiter ins völlig überfüllte Zillertal, haben da ein paar Mopeds vorbeigelassen, die uns auf der geraden Strecke im Genick saßen. Das war, wie immer ein Fehler. Den Gerlospass hinaus haben sie uns wieder aufgehalten. Viele können einfach keine Kurven fahren. Krimmler Wasserfälle imposant mit viel Wasser. Wetter eher bewölkt und kühl. Den Felbertauern hinauf ist wie Autobahnfahren. Hinunter nach Lienz – da stop and go, kennen wir schon, das ist immer so am Samstag.

 

Endlich geschafft und weiter zum Gailbergsattel und Plöckenpass. Auf österreichischer Seite ist der Straßenbelag streckenweise sehr schlecht. Oben kurz Pause, weiter. Volker überholt noch einen Luxemburger T5, ich kam nicht mehr vorbei. Da bleibt die Fahrerin im Tunnel mitten in der Kurve ohne ersichtlichen Grund stehen, mich hebts aus und ich falle um. Sch…. Ein Holländer und ein Österreicher bleiben sofort stehen und helfen mir, die BMW aufzuheben. Da zwängt sich ein Italiener, ohne was sehen zu können, zwischen den Autos durch. Man ist sprachlos. Die Leute hielten die BMW während ich aufstieg, sonst ist nichts passiert. Das Blinkerglas ist runtergefallen, der Koffer ist etwas verschrammt, Boxerbügel ein wenig ramponiert. Bin dann weitergefahren, die T5 Fahrerin hat schon gemerkt, dass sie was angerichtet hat. Sie hat 100m hinter dem Tunnel gewartet … zurückgekommen ist sie nicht. Zu blöd zum Pässe fahren, haben auch meine Helfer gesagt, warum bleibt man mitten im Tunnel stehen? Derweil kam Volker auch wieder zurück, ich bin weiter unten an einer eher unpassenden Stelle rausgefahren, habe es aber geschafft, ohne wieder hinzufallen. Das Blinkerglas haben wir dann mit Pflaster angeklebt und sind wieder weiter.

 

Dann musste Volker nochmal zurück, da er seine Brille beim Losfahren nur aufgelegt hatte, also wieder an die blöde Stelle, da wäre er auch noch beinahe umgefallen, hat er erzählt. Über Funk hat er dann gesagt, schnell los (wobei ich und schnell los kann auch im Fiasko enden), da ein Wohnwagen mit Kolonne im Anrollen war, die hatte ich vorher auf dem Pass beobachtet, wie sich durch WoWa und Omnibus alles gestaut hatte. Kam gut los, Volker kam auch wieder und wir sind dann um 17h am Hotel in Ravascletto angekommen, nicht dass es etwa manchmal ein wenig getröpfelt hätte. Blieben aber trocken. Praktische Auffahrt zum Hotel mit Parken unter dem Vorbau direkt beim Eingang, Begrüßung mit Handschlag. Das Zimmer ist klein, aber zweckmäßig. Boden nicht gewischt, etwas unangenehm, sonst aber ok. Essen erst nach 19h. Gehen noch spazieren, Ravascletto ist schöner, alter, halbwegs gepflegter Ort, alte Kirchen. Manche Gebäude hatten ihre besten Tage hinter sich, andere waren sehr gepflegt.

Die Portionen beim Abendessen waren für uns passend, wir sind immer froh, wenn wir nicht sooo viel essen müssen. Es hat auch gut geschmeckt. Im Speiseraum war es ziemlich laut, da eine Kinder/Jugendgruppe zu Gast war, aber sie benahmen sich auffallend gut. Insgesamt sind 5 Motorräder da, alles BMWs. Sitzen jetzt draußen, es ist etwas frisch. Aber drinnen läuft der Fernseher in der Bar, oben sind die Kinder im Aufenthaltsbereich, kein ruhiger Fleck. Mal sehen, wie es wird. Suboptimal bis jetzt. Mein verletzter großer Zeh plagt mich etwas, Volker hat Zahnschmerzen. Also alles in allem wirklich recht hindernisbehaftet der Ausflug.

323km

 

24.07.

Halbwegs passable Nacht, Frühstück gut und reichlich, auch der mittlerweile wohl unvermeidliche Automatenkaffee ist trinkbar. Los um ca. 10h Richtung Comeglians. Nette Kurven, warm. Ovaro – Enemonzo – Priuso – Forca di Priuso (654m) schöne Kurven, kurz, wenig spektakuläre Passhöhe, viel Wald, hinunter zum Tagliamento, sehr schön, rauf zum Passo di Monte Rest (1052m), kein Passhöhenschild nur die Bezeichnung der Gemeine „Tramonti“. Weiter, später nochmal umkehren und Bilder machen. Runter zum Lago di Tramonti. In Tramonti di Sopra war auch wieder ein Fest, wie schon vor einigen Jahren. Viel Wasser. Die alte Stelle am See gefällt uns nicht, also weiter über Faldovia – Chievolis zum Lago Selva, über die Staumauer zur Schotterstrecke, allerdings sind wir umgedreht, weil wir zuwenig Sprit haben. Schöne Strecke, oft eng, aber gute Kurven, viel Wald, nix los. Pause auf dem Rückweg hoch über dem Flüsschen Silisia(?) und dann noch nach Medimo zum Tanken. Automat. 20ct. verschenkt. Viele schöne Häuser mit gepflegten Gärten in der Gegend. Wohl das Wochenendgebiet für die Wohlhabenderen aus Udine.

 

Zurück zum Lago di Tramonti und über Ombrena – Campone – Gerchia – Pielungo – San Francesco die SP1 Richtung Verzegnis, und von der Straße abgebogen irrtümlich in den Ort Pozzis hinein. Steile Abbiege von der Straße, wir dachten, es geht hier zu der kleinen Straße zum Pass Sella Chiampòn. Irrtum. Holprig und steil endete die Fahrt nach wenigen hundert Metern und zwei furchtbaren Kurven bei ein paar Häusern, Umkehr – hätte ich nie alleine geschafft. Hätte dableiben müssen. Volker dreht die Mopeds, wieder den steilen Berg mit den engen Kurven samt Schlaglöchern hinauf, grausam. Bin fix und fertig. Oben erst nach rechts abgebogen, dann gewendet, da war schon eine Spur vorgesehen, da kommen auch Autos nicht auf einmal raus nach links. Danach kam gleich der Abzweig zur Sella Chiampòn (780m), schöne, enge, teilweise in Felsen gearbeitete Straße zum Pass. Lange Gerade und dann runter nach Preone. Allerdings war es kein so großer Spaß, die Straße war sehr eng, mit noch engeren, steilen Kehren, Zeh schmerzt, Hand schmerzt, Autos fahren zu nah an meinem Rücklicht. Habe überlebt und bin heil runtergekommen, was ich streckenweise nicht gedacht habe.

 

In der Ferne droht ein Gewitter , also keine Pause mehr und auch kein Umweg über Sauris. Preone – Enemonzo – Comeglian und dann zurück nach Ravascletto ins Hotel. An nach 16h, gleich unten noch einen Capuccino getrunken, rauf, duschen und ausruhen. Volkers Zahn schmerzt ständig. Gutes Abendessen. Dann auf der Terrasse bei den Münchnern gesessen. Gleichaltrig, gleichgesinnt, 1 Moped, war sehr nett. Die sind vielleicht viel und toll unterwegs. Hier sind sie für 1 Woche mit 1 Rolle und zwei Koffern. 2 Leute. Wir sollten unser Gepäck echt mal überdenken, haben immer viel zu viel dabei. Wir haben immer 4 Koffer und Hecktaschen. Im Zimmer um 22h, todmüde, trotz mancher Widrigkeiten schöner Tagesausflug.

124km

 

25.08.

Um 4h Nachts – Starkregen, dann Gewitter, Heimfahrt also nach kurzer Nacht. Um 8 Uhr regnet es immernoch, dann hörte es auf. Sonne kam raus, wieder gutes Frühstück, in aller Ruhe gepackt, 10h los. Klopapier war alle! War lustig, bis wir eines bekamen. Noch kurz mit KTMler gesprochen: alle haben das gleiche Problem, zu viele Idioten unterwegs, Südtirol ist mittlerweile viel zu voll, um noch genussvoll fahren zu können. Anfangs waren die Straßen noch nass, wenig los. Über Sappada – Kreuzbergsattel – Pustertal. Ätzend. Wasser und Semmeln in Olang gekauft, Gewitter naht. Pause auf dem Furkelsattel, Regen kommt näher. Weiter zum Würzjoch – gesperrt seit 13h (waren um 13.20h dort), warum auch immer. Sieht nach Radrennen aus. Zurück Richtung Bruneck, Regen droht weiterhin, also große Straße fahren, stop and go, viel überholen, dann regnet es. Zuerst fuhren wir noch, blieben dann aber an einem Bushäuschen stehen, alle Überholten fuhren wieder vorbei.

 

Probieren es dennoch weiterzufahren, nach vorne sieht es besser aus, es hörte auch ganz schnell auf. Weiter zum Brenner, kurze Pause unterhalb der Autobahn, div. Baustellen auf der Brennerstraße, Schandis, wieder droht Regen, schnell weiter nach Seefeld, wieder tröpfelt es, tanken und weiter. Hier muss es vor kurzem geregnet haben, alles nass. Mittenwald – Kesselberg – Sonne, heim, heiß. Verrücktes Wetter. Schöne Berge um Sappada, Schluchten Wasserfälle, wir haben viele schöne Ecken gesehen. Sehr schöne Gegend, viel Wald, große Berge, „Klumpen“ wie im Etschtal, Täler, Flüsse, Wasserfälle und Schluchten, Blumen – Hortensien wachsen wie Unkraut, 1 ganz neuer Pass dazugekommen: Sella Chiampon 789 zwischen Preone und Pozzis.

358km

Gesamttour: 869km