25.09. – 03.10. Kärnten – Gailtal

 

29.09.

Ausflug mit Hindernissen. Nach 10 Tagen Kroatienurlaub etwas gelangweilt und heim. Uns steht der Sinn nach Aufregenderem, also Motorradfahren. Umgepackt, aufgepackt, los um 11h – zumindest war es so geplant. Volkers BMW springt nicht an. Meine schon, bin eine Runde gefahren, derweil Volker alles für Starthilfe vorbereitet hat. Starthilfe, einpacken, los, mittlerweile war es 11.30h. In Tölz stadtauswärts Blitzer. (Ich habe es blitzen sehen, aber die Verwarnung kam mit Bild und Kennzeichen von Volker, seltsam.) In Fleck geht Volkers ABS-Lampe an, Neustart beim Fahren hilft nichts, blinkt alles weiter. Also kurz vor dem Sylvensteinsee umdrehen und wieder heim (an 12.40h). Glück im Unglück: Volkers Schlüsselbund lag noch beim Briefkasten, da hat das Universum mitgedacht. Also Koffer runter, umpacken, die Alukoffer kann man nicht so schnell an mein Motorrad montieren, also BMW-Koffer packen. Da geht in etwa das Gleiche rein, wie in die Alukoffer, glaubt man kaum. Den Rest in die Rolle und einen Rucksack, noch Kaffee getrunken und dann um 14.15h endlich los auf einem Motorrad und im Galopp nach Kärnten. Mitfahren macht Spaß. Nicht zuviel Verkehr, wir kommen vorwärts. Ab Gerlosstraße wurde es noch ruhiger. Tanken in Zillertal, da war es oft billiger, diesmal nicht. 200km bis Felbertauern, schon 17h. Im Schatten ist es kühl, vorher war es recht warm. Kurze Pause hinter dem Tunnel, kurz strecken und weiter. Volker fährt flott, die Kehren könnte ich nicht so schnell fahren. Bis Lienz sind es ab Felbertauern 44km, es zieht sich, auch im Gailtal. Endlich erreichen wir Jenig, aber da geht es noch etwas knifflig ca. 4km eine enge steile Straße den Berg hinauf bis Kreuth zum Hotel Preßlauerhof. Super Lage. Schönes Hotel, nette Begrüßung, schönes Zimmer, groß und super Blick. Sehr einladender Gastraum alles hell und schön gestaltet und eingerichtet. Gutes Essen, wie immer zuviel. Noch Zimmer aufräumen, danach Kartenstudium im Gastraum bei eher diffusem Licht, aber angenehmer Atmosphäre. Vom Hotel eine Karte mit Routen erhalten, auch sehr gut. Hoffe, wir schlafen einigermaßen. 307km

Achenpass (1/2), Gerlospass (1507m), Felbertauern (1632m), Gailbergsattel (982m)

30.09.

Übliche Nacht, gutes Frühstück. Los um 10.15h, schön, aber wolkig. Feuchte Luft. Runter nach Jenig, zu Hofer nach Hermagor, Wasser holen, haben dadurch den Abzweig zum Weißensee übersehen, sind noch bis Preseggen und dann umgekehrt. In Hermagor dann über Weißbriach und Kreuzberg (1034m) nach Greifenburg. Tolle Kurven. Einige sehr lange LKWs überholt. Ab Greifenburg bis Spittal war es recht warm, günstig getankt, dann „Seeboden“ gesucht – wie im Tourenvorschlag. Besser wäre nach „Katschberg“ zu suchen, denn das war die einzige Beschilderung. Seeboden heißt die Region/Gemeinde. Dann die B99 der Lieser entlang bis Kremsbrücke. Sehr schön, schön kurvig, einige starke Kurven, die zumachen. Dann nach Innerkrems der Krems entlang, teilweise nasse Straße, wo die Sonne nicht mehr hinkommt, und auf die Nockalmstraße. Kehren heißen „Reidn“, jede ist benamst, insgesamt 52 oder 53 Stück. Die Reidn 50 heißt „Sunnawend“, andere „Bluatstropfn“ und weitere Blumennamen. Bewölkt. Schöne Kurven. Oben auf der Eisenthalhöhe (2042m) kurzer Halt. Eine Wanderung wäre möglich, da es kostenlose Gepäckfächer für Biker gibt, aber Motorradklamotten sind mir zu unbequem zum Wandern. Pause unterhalb der Höhe, es ist etwas kühl, trotz sonnigen Abschnitten. Weiter zur nächsten Höhe – Schiestlscharte 2024m, völlig bewölkt, leider. Geniale Kurven bis dahin, dann hinunter auch noch schön. Die Kurven ab Innerkrems waren nicht ganz so toll, nur wenige waren super. Unten noch einen Abstecher auf die Turracher Höhe (1783m) und wieder zurück. Wenig spektakulär. Weiter über Bad Kleinkirchheim – Radenthein und Döbriach. Ab hier wieder anders beschildert, als gesucht, da die geplanten Orte nicht auf den Schildern standen. Ferndorf trotzdem gefunden, vorher kurz am Millstädter See entlang, Berg hinauf, kurze Pause und da eine ganz lange Ringelnatter gesehen. Hinunter nach Ferndorf, da war überhaupt kein Wegweiser, nur in die Richtung, aus der wir kamen. Statt nach rechts weiter, nach links umgedreht über die Drau vor Paternion, da dann dem Weg nach Weißensee Ostseite gefolgt. Schlechter Straßenbelag, kurvige kleine Straße. Nach einer gefühlten Ewigkeit endlich der Abzweig zum See, kurzer Spaziergang, sehr schön gelegener See, Wasser nicht sehr kalt. Zurück und wieder Gegurke bis Kreuzen, danach wurde die Straße besser. Noch über die Windische Höhe (1110m), runter auf die Hauptstraße und zurück am Hotel um ¾ fünf. Sind beide geschafft, mir ziehen die Oberarmmuskeln, Volker die Unterarme, die Sitzmuskeln sind auch beleidigt, bzw. die gesamte Gesäßfläche. Die Karawanken zeigen sich nur schemenhaft. Heute durch viel Wald gefahren. Nockberge oben spärlicher Lärchenbewuchs, andere Seite etwas mehr Bäume, ein See, bei blauem Himmel wäre es ein tolles Bergpanorama gewesen. Tolle Tour. Schöne Gegend. Am Hotel dann duschen und essen. Sind wieder pappsatt. 391km

Pässe: Kreuzberg (1034m), Nockalmstraße (2042 und 2024m), Windische Höhe (1110m)

01.10.

Super Tour heute. Nach gewohnt schlechter Nacht gut gefrühstückt, Wetter bewölkt, über dem Naßfeld schaut es recht dunkel aus, sind erst los zu Hofer, Wasser holen. Von da um 10.20h weiter über Hermagor – B111 – Förolach – Feistritz a.d.Gail – Hohentrhun nach Arnoldstein B83. Weiter Fürnitz B85 – Finkenstein/Faaker See – St. Jakob i.R. bis Feistritz i.R. und Ferlach. Ab hier auf eine kleine Straße einen Bach entlang, schluchtig nach Zell-Pfarre, ein etwas hoch gelegenes, weites, sehr idyllisch gelegenes Hochtal, Berge leider in Wolken. In Freibach ab auf eine noch kleinere Straße und einigen engen Kehren steil hinauf auf den Schaidasattel (1069m). Sehr malerischer Blick zurück auf das Hochtal. Pause, kühl, windig. Hinunter durch das Ebriachtal dem Ebriachbach entlang bis Eisenkappel. Die ganze kleine Straße seit Ferlach hat einen sehr schlechten Straßenbelag, Flickerlteppich. In Eisenkappel dann wieder auf größere Straße B82, zunächst auch noch schlecht, aber bald gut geteert, in vielen ganz tollen Kehren auf den Seebergsattel (1318m). Volker war ganz begeistert! Bis auf den Aufsetzer auf die Seitenständerverlängerung fand ich es auch ganz toll, vor allem, weil ich es nicht selbst fahren musste. Kurze Pause oben, genauso schöne Kurven hinab, nicht so viele, auf schönem Aussichtsplatz oberhalb Jezersko die Aussicht genossen. Tolles Tal, tolle Berge (jedenfalls das, was man sieht), kühl. Der Drau entlang war es recht warm, ins Tal zum Schaidasattel schon kühler, es scheint halt leider keine Sonne. Der Koka schön kurvig entlang bis Preddvor gefolgt, da über die Dörfer bis Trzic (Baselj, Tristenik, Golnik). Sehr schöner Blick über die Ebene bzw. auf die Berge westlich von Ljubljana. Hinauf auf den Loiblpass, ich fand die Kurven auch schön, sind halt viel weniger. Oben ist nur der Tunnel, der Weg drüber ist nur zum Wandern. Durch den mittlerweile toll renovierten Loibltunnel (1059m), drüben kurze Grenzkontrolle bzw. Frage, ob wir unsere Ausweise dabei haben, ich sagte, dass ich kurz absteigen müsste, Grenzer sagte, naa, naa, basst scho. Also weiter durch das Loibltal – ein paar Kehren runter und ein paar rauf auf den kleinen Loiblpass (769m), hinunter an Ferlach vorbei und wieder Richtung Arnoldstein. Hier war es wieder warm und auch sonnig. Nach Radendorf auf den Wurzenpass: steile 18%, wenige Kurven, schlechter Straßenbelag. Der ist so, seit ich den Pass kenne. Passfoto mit Panzer, wieder runter, ein irrer Porschefahrer mit unverantwortlichem Fahrstil gefährdet alles, was hier unterwegs ist. Über Podkoren – vor schönen Bergen und Kranjska Gora (soweit sichtbar) durch ein schönes Hochtal weiter nach Tarvis und die Strecke nach Arnoldstein gut gefunden, da wir diese kürzlich mit dem VW-Bus gefahren sind. Hier keine Kontrolle an der Grenze (vor SLO auch nicht), obwohl die „Kieberer“ noch da waren. Nun schön gemütlich zurück, noch tanken bei Feistritz, dann bei Hermagor noch schnell auf den Naßfeldpass – obwohl dicke, dunkle Wolken drohen. Wieder Aufsetzer (Grrrr), aber es war schön zu fahren und noch trocken. Oben kurze Fotopause, da erwischte mich ein Tropfen – sofort los und runter. Sehr schlechter Straßenbelag mittlerweile, vor wenigen Jahren war das noch frisch geteert. Zurück im Hotel noch duschen und essen – diesmal Kinderportion, wir platzen sonst. Aber wieder sehr gut. Heute ist eine Familienfeier mit Musik im Hotel, wir sitzen mit Bier im Zimmer, das ist etwas ruhiger, sonst gibt es keine Aufenthaltsmöglichkeit. Morgen soll es bis Mittag regnen, da machen wir es uns gemütlich. Die heutige Tour ist eh nicht zu toppen. Allerdings tut mir einiges weh, vom Sitzfleisch angefangen. Volker auch. Mal sehen, wie die Nacht wird, 391km

Pässe: Schaidasattel (1069m), Seebergsattel (1318m), Loiblpass (1059 und 769m), Wurzenpass (1073m), Naßfeld (1552m)

02.10.

Die Nacht war übel. Eklatante Ruhestörung. Musik bis 1h, letzte Gäste weg um 2.45h, man hätte das bei der Reservierung sagen müssen. Wir haben ja schon allerhand erlebt mit Hotels, aber sowas noch nicht. Schade, denn das wäre sonst eine topp Empfehlung geworden – und eventuell ein Hotel, wo wir wieder hingegangen wären. So aber wurde ein guter Eindruck zerstört.

Also später aufgestanden, viel gefrühstückt und Zeit gelassen, da es regnete. Laut Wetteronline sollte es nach Westen besser werden, naja. Mit Regenhosen um 11.45h los, in Kötschach auch die Regenjacken angezogen. So war es auch nicht so kühl. Die Jacken sind wohl nicht mehr ganz dicht bzw. der Lederbesatz saugt sich voll. Also ins Lesachtal nach Westen, viel Regen, viele Kurven, Pause um 13.15h am Kartitscher Sattel (1530m) im Regen am Denkmal. Weiter über schöne Kehren nach Tessenbach ins Pustertal. Da war es trocken, bis hinter Toblach, kurz vor dem Abzweig Staller Sattel fing es wieder zu regnen an, die ganze Strecke. Autos fahren echt langsam, Volker lässt Abstand, damit er wenigstens so fahren kann, dass es für ihn passt. Kamen gerade richtig um ½ 3 an, mussten nicht warten. Oben weiter ohne Stopp, es war kalt und regnete, weiter bis Huben. Da war es wieder trocken. Pause am Fluss Isel, die nassen Halstücher mit der Fleecekrause getauscht. Weiter über Lienz zum Gailbergsattel, auch noch ohne Regen, erst zum Schluss fing es wieder leicht an. Zurück am Hotel 16.45h, es ist noch ein weiteres Motorrad da, Regenzeug aufhängen, rauf. Stiefel und Volkers Handschuhe sind regendicht, meine auch, aber das Leder ist voll Wasser. Jetzt zum essen, Kinderportion, dann mal sehen. Der Wirt gab sich Mühe, uns mit den neuen Motorradfahrern ins Gespräch zu bringen, aber die wollten nicht so, macht auch nix. 263km

Pässe: Kartitscher Sattel (1530m), Staller Sattel (2052m), Gailbergsattel (982m)

03.10.

Schlecht geschlafen. Frühstück, in Ruhe gepackt, Wetter gut. Zwar Nebelschwaden, aber blauer Himmel, man sieht einzelne Berge. Beim Zahlen kein Wort des Bedauerns o.ä. wegen der Ruhestörung. Chance verpasst. Los und in Jenig getankt und Öl für die BMW gekauft, die säuft! Abfahrt im Tal 11.15h, Gailbergsattel, Lienz, Pause vor Huben (noch sonnig), Felbertauern. Es hat weit hinunter geschneit. Auf der Nordseite recht kalt, vor Mittersill regnet es heftig, Regenzeug an. Neben uns drehen die Enten fast durch und schnattern laut, hinter Mittersill hört der Regen auf. Aber es ist einem in den Regensachen wenigstens wärmer. Weiter zum Gerlos, mal Tropfen, mal nicht, Kurven bzw. Straßen oft nass/feucht. Am Pass oben bezahlt und weiter runter, manchmal ist die Straße trocken, manchmal nicht, also unsichere Verhältnisse. Viel überholt. Gut runtergekommen, Wetter ok. Bis Fügen ist es gut gelaufen, dann Stau. 1. Versuch den Stau zu umfahren – durch Fügen. Am Ende Stau. Zurück und den Weg nach Hart gesucht (um auf die andere Seite der Ziller zu kommen), nicht gefunden, zu früh abgebogen. Wieder Hauptstraße. Stop and go bis kurz vor Stumm. Wieder raus und auf die andere Seite der Ziller nach Bruck und da vorne auf die Bundestrasse. Alle anderen standen in Stumm und am Tunnel, wir allerdings auch wieder vor den Kreisverkehren. Danach aber lief es aber flott bzw. Volker ließ es krachen bis nach Hause. Kamen dadurch aber gut vorwärts, obwohl starker Rückreiseverkehr war. Über Achensee – Sylvenstein – Lenggries – Arzbach – heim, an 16.30h, alles gut gegangen. Super Tour. Zum Schluß war kühl und sehr windig, es ist halt doch schon Herbst. 314km

Pässe: wie Anfahrt

GesamtTour-Km: 1584